Minimalismus als Wohnlifestyle – wie geht das genau?

Wollen Sie Ihrem Zuhause einen neuen Look verpassen oder sind Sie auf der Suche nach neuen Einrichtungsideen, werden Sie im Laufe der Recherche höchstwahrscheinlich auf Minimalismus beim Wohnen stoßen. Getreu dem Motto „weniger ist mehr“ zeichnet sich die nachhaltige Lebensphilosophie durch eine Reduktion in Hinblick auf das Design der Lebensräume aus. Auf den Punkt gebracht: Mit Minimalismus schaffen Sie Ordnung, Struktur und Klarheit.

Was genau minimalistisches Wohnen bedeutet, warum es so beliebt ist und wie Sie Ihr Zuhause mit weniger Ballast, dafür mehr Leichtigkeit gestalten, das erfahren Sie bei uns.

 

 

Was ist Minimalismus?

Beim Minimalismus im Bereich Wohnen verzichten Sie auf unnötige Dinge und schaffen Platz für das Wichtigste.

Reduziertes Wohnen bedeutet, ein Zuhause so zu gestalten, dass Einfachheit, Klarheit und Ordnung im Vordergrund stehen. Das Wohnkonzept basiert auf dem bereits erwähnten Grundsatz „weniger ist mehr“ und konzentriert sich darauf, das Wesentliche in den Fokus zu rücken und Unwesentliches zu reduzieren.

Minimalismus geht mit regelmäßigem Ausmisten einher und kann helfen, im Alltag mehr Zeit und Raum zu gewinnen. Zudem sparen Sie bei dieser Lebensweise oftmals auch noch Geld, da Sie weniger Materielles konsumieren.

 

 

Woher kommt der Minimalismus beim Wohnen?

Das Konzept des minimalistischen Wohnens hat seinen Ursprung in den 1960er-Jahren und basiert auf einer Kunstbewegung. Zum ersten Mal tauchte der Begriff Minimalismus im Essay „Minimal Art“ auf, das vom englischen Philosophen Richard Wollheim stammt. Im Anschluss schufen Künstler wie Donald Judd, Agnes Martin und Frank Stella Werke, die mit einfachen, abstrakten Formen daherkamen und sich von den traditionellen künstlerischen Kompositionen abwendeten. Keine verschnörkelten Details, sondern eine klare Formensprache gepaart mit einem schlichten Design, das sich nach und nach auch in der Architektur und dem Interieur durchsetzte. Der Grundstein für das minimalistische Wohnen.

In den 1970er-Jahren war der Trend zum Minimalismus komplett im Bereich der Inneneinrichtung angekommen. Donald Judd war seinerzeit der Erste, der begann, minimalistische Möbel zu entwerfen. Seine Meisterstücke kennzeichneten sich durch Funktionalität, ohne unnötige Ablenkungen. Im Laufe der Zeit wurde das minimalistische Wohnen durch japanische Einflüsse geprägt, allen voran aus dem Konzept des „Ma“, das Raum und Leere betont, sowie dem Zen-Buddhismus, der Einfachheit und Innenschau fördert. Japanische Wohnräume, die für ihre natürlichen Materialien und den harmonischen Umgang mit der Natur bekannt sind, haben die minimalistische Wohnphilosophie nochmals stark verändert.

Heute ist das minimalistische Wohnen auch eine Gegenreaktion auf die Konsumgesellschaft gleichermaßen wie das hektische Leben, das vielen Menschen zu schaffen macht. Statt Materialismus und Überfluss legt ein minimalistischer Lebensstil Wert auf einen bewussten Umgang mit materiellen Gütern und schafft in Zeiten von hohem Alltagsstress einen Ruhepol. Achtsamkeit und Minimalismus gehen Hand in Hand.

Auch gewinnt ein einfaches Leben immer mehr Bedeutsamkeit in Bezug auf Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein. Indem beim minimalistischen Einrichten die Konzentration auf qualitativ hochwertige und langlebige Produkte liegt, sinkt automatisch der ökologische Fußabdruck.

Die Kernaspekte des minimalistischen Wohnens

Wichtig, wenn Sie mit dem minimalistischen Einrichten beginnen: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit. Beginnen Sie mit kleinen Schritten. So könnten Sie zunächst einige wenige Elemente aussortieren und sich den Vorsatz fassen, keine weiteren Dinge zu kaufen.

Zu den Merkmalen des minimalistischen Wohnens gehören:

  • reduzierte Einrichtung
  • klare Raumaufteilung
  • Ordnung
  • neutrale Farben mit einigen wenigen, farblichen Akzenten
  • natürliche Materialien wie Holz, Stein oder Leinen
  • viel natürliches Licht durch große Fenster oder offene Räume
  • Funktionalität
  • Langlebigkeit, Qualität und zeitloses Design

Welche Vor- und Nachteile hat Minimalismus beim Wohnen?

Wie jeder Wohntrend oder wie jede Lebensweise ist das minimalistische Wohnen nicht für jedermann geeignet. Vor allem ist es eine klare Entscheidung, sich langfristig vom Überfluss loszusagen und sich nur auf das Wesentliche zu konzentrieren. Über die Dauer erfordert es eine langfristige Arbeit. Doch zu wem der Stil passt und wer einmal minimalistisches Wohnen vorher und nachher erlebt hat, wird schnell überzeugt sein.

Welche Vor- und Nachteile hat Minimalismus beim Wohnen?

Vorteile:

  • Ein minimalistisches Zuhause zeichnet sich durch eine aufgeräumte und übersichtliche Umgebung aus. Dazu reduziert es Stress und fördert einen klaren Geist.
  • Weniger Gegenstände und Möbel erleichtern die Reinigung von Räumen erheblich.
  • Durch ein minimalistisches Design wird eine ruhige und ansprechende Ästhetik geschaffen.
  • Qualität statt Quantität steigert die Nachhaltigkeit.
  • Minimalismus ermutigt dazu, bewusste Entscheidungen beim Konsum zu treffen.
  • Durch den Verzicht auf Unnötiges lassen sich Kosten einsparen.

Nachteile:

  • Ein minimalistisches Design wird mitunter als einschränkend empfunden, besonders wenn Personen gerne persönliche Gegenstände oder eine Vielfalt an Dekorationen um sich haben.
  • Ein sehr extrem minimalistisch eingerichtetes Zuhause wirkt oft kühl und weniger einladend.
  • Der Übergang zu einem minimalistischen Lebensstil stellt anfangs eine Herausforderung dar, besonders wenn es darum geht, sich von Gegenständen zu trennen.
  • Nicht jedem geht es einfach von der Hand, Funktionalität und Ästhetik mit wenigen Elementen in Einklang zu bringen.
  • In manchen Umgebungen kann ein minimalistischer Einrichtungsstil dazu führen, dass bestimmte Funktionen fehlen oder bestimmte Aktivitäten nicht mehr möglich sind.

Zwei minimalistische Wohnansätze zum Ausprobieren

Hideko Yamashita, die Schöpferin des Dan-Sha-Ri-Konzepts, hat erkannt, dass Menschen oft nur einen kleinen Teil ihrer Besitztümer regelmäßig nutzen. Darauf aufbauend entwickelte sie ihr Aufräumkonzept, welches sich in drei Prinzipien unterteilt: Dinge (Dan) aussortieren, Überflüssiges (Sha) entfernen und dadurch Freiheit (Ri) genießen. Nach ihrer Theorie sollten Menschen alles loswerden, was sie nicht mehr benötigen oder nie gebraucht haben, um ein Gefühl von Freiheit zu erlangen. Dies führt zu weniger Konsumdenken, erleichtertem Ordnung halten und mehr verfügbarer Lebenszeit. Laut „The Japan Times“ bietet Dan-Sha-Ri eine Lösung für das zeitgenössische Phänomen des ständigen Mehr-haben-Wollens.

Auch Marie Kondo, international bekannt für ihren minimalistischen Lebensstil, ist eine führende Expertin auf diesem Gebiet. Ihr Buch „Magic Cleaning“ bringt eine praktische Anleitung für diejenigen mit, die sich von übermäßigem Konsum befreien wollen. Kondo ist überzeugt, dass ein minimalistisches Leben zu mehr Glück führt. Ihre „KonMari“-Methode basiert auf folgenden Prinzipien:

Weniger ist mehr: Durch das Sammeln von Dingen in Kategorien und an einem Ort, sei es Geschirr, Bücher oder Erinnerungsstücke, wird zunächst das Ausmaß des Besitzes deutlich. Im Anschluss empfiehlt Kondo, bei einem Übermaß an Besitztümern, auszusortieren.

Nichts behalten, was nicht benutzt wird: Von Gegenständen, die nicht mehr genutzt werden, wird sich ohne Kompromisse getrennt. Kondo schlägt vor, diese Dinge zu spenden, zu verschenken oder zu verkaufen, anstatt sie einfach zu entsorgen.

Ein fester Platz für alles: Um dauerhaft Ordnung zu halten, erhält alles seinen festen Platz. Das sorgt dafür, dass der Wohnraum langfristig minimalistisch bleibt.

Ob in großen Räumen, im Home-Office oder Tiny House, das Konzept von Minimalismus beim Wohnen eignet sich für verschiedene Wohnräume und Immobilienarten. Sie sind noch auf der Suche nach Ihrem Traumhaus oder wollen Ihr Wohnglück in einer neuen Wohnung finden? Wenden Sie sich jetzt an Ihren iad Berater. Gemeinsam finden wir Ihr Zuhause, in dem Sie sich minimalistisch einrichten oder sich von unseren vielen weiteren Wohntrends 2024 inspirieren lassen können.

 

 

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